Grundgedanke
Glücksspiel ist eine Form der Unterhaltung, für die man bezahlt, so wie für ein Kinoticket oder ein Konzert. Wer es als Einnahmequelle betrachtet, geht von einer falschen Annahme aus, denn der mathematische Vorteil liegt auf Dauer beim Anbieter.
Bei einer Auszahlungsquote von 96 % fließen statistisch 4 % jedes Einsatzes an das Haus. Über hunderte Runden hinweg gleicht sich das an, weshalb ein Verlust über längere Zeiträume der Regelfall ist, kein Zufall.
Warnzeichen
Kritisch wird es, sobald Einsätze erhöht werden, um Verluste auszugleichen. Ebenso bedenklich sind Geld, das für Miete oder Rechnungen vorgesehen war, geliehene Beträge und das Verschweigen der Spielzeit gegenüber Angehörigen.
Weitere Anzeichen sind Reizbarkeit bei Unterbrechungen, vernachlässigte Termine und Gedanken, die auch abseits des Bildschirms um das nächste Spiel kreisen. Wer mehrere dieser Punkte bei sich wiederfindet, sollte pausieren und mit einer Beratungsstelle sprechen.
Schutzinstrumente
Lizenzierte Anbieter müssen Grenzen für Einzahlung, Verlust und Sitzungsdauer anbieten. Diese lassen sich im Kontobereich hinterlegen, greifen sofort nach unten und lassen sich nur mit einer Frist von meist 24 Stunden bis 7 Tagen wieder anheben.
Daneben gibt es die zeitweise Kontosperre über wenige Tage sowie den Selbstausschluss, der je nach Anbieter 6 Monate bis 5 Jahre umfasst. Während dieser Zeit ist weder eine Anmeldung noch eine Einzahlung möglich.
Praktische Regeln
Ein festes Budget vor Beginn der Sitzung schützt besser als jeder Vorsatz während des Spiels. Sinnvoll ist ein Betrag, dessen Verlust den Monat nicht verändert, etwa 20 € bis 50 € pro Sitzung.
Ein Wecker nach 30 oder 60 Minuten unterbricht den Ablauf an einer Stelle, an der die Zeitwahrnehmung nachlässt. Verluste zurückholen zu wollen führt fast immer zu höheren Verlusten, weshalb ein Ausstieg an schlechten Tagen die bessere Entscheidung bleibt.
Minderjährigenschutz
Der Zugang zu Glücksspiel ist Personen unter 18 Jahren untersagt. Eltern können den Zugriff auf entsprechende Websites mit Filterprogrammen wie Net Nanny oder CYBERsitter einschränken.
Geräte, die auch von Kindern genutzt werden, sollten keine gespeicherten Zugangsdaten oder Zahlungsmittel enthalten. Ein eigenes Benutzerkonto mit Passwort auf dem gemeinsam genutzten Rechner reicht in den meisten Haushalten aus.
Hilfe in Österreich
Beratung ist kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym. Angehörige können sich ebenfalls an diese Stellen wenden, auch ohne dass die betroffene Person davon weiß.
Die folgenden Einrichtungen bieten Erstgespräche, Therapieplätze und Unterstützung bei Schuldenfragen:
- Spielsuchthilfe – Beratungsstelle in Wien mit Telefon- und Onlinebetreuung für Betroffene und Angehörige.
- Gambling Help – Anlaufstelle mit ambulanter Betreuung und Gruppenangeboten.
- Anonyme Spieler Österreich – Selbsthilfegruppen mit regelmäßigen Treffen in mehreren Bundesländern.
- BeGambleAware – Internationales Portal mit Selbsttests und Informationsmaterial.
- Gambling Therapy – Kostenlose Onlineberatung in mehreren Sprachen.
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